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Umstieg von anderen Programmen

Der Umstieg von einer Praxissoftware zu einer anderen ist nicht in der Art möglich, wie es sich die meisten uninformierten Laien vorstellen. Daten können in keinem Fall 1:1 übertragen und übernommen werden. Die immer wieder genannte BDT-Schnittstelle stammt von 1994, also aus einer Zeit, als es noch keine Chipkarten gab, und ist für die Übertragung heutiger Daten nicht geeignet. Außerdem sind ca. 80% der in der Praxissoftware geführten Daten in jedem System anders gespeichert und passen in der jeweiligen Struktur nicht zueinander. Dies nur als kurzer Anriß; es gäbe noch viele weitere Hürden zu nennen, die den enormen Aufwand und die falschen Vorstellungen darüber betreffen.

Interessant ist immer auch der Kostenfaktor. Dieser läge bei einer hinreichenden Bemühung um auch nur annähernd sinnvolle Abbildung des einen Datenbestandes (der alten Software) auf den anderen (der neuen Software) in einem Kostenbereich, der den Kaufpreis der neuen Software weit überstiege.

Wer empfehlen deshalb folgendes:

  • Lassen Sie sich von den oben genannten Hindernissen in keinem Fall abhalten, wenn Sie mit einer bisherigen Software unzufrieden sind, dennoch zu wechseln! Sie verlängern damit nur Ihren Frust, während Sie mit der neuen Software sofort besser und zufriedener arbeiten.
  • Die bei Ihnen bereits installierte Software können Sie auch weiterhin nutzen, um alte Daten nachzuschauen. Umso mehr, wenn auch die alte Software unter Windows läuft: dann führen Sie einfach beide Programme gleichzeitig aus, eines im Vorder-, eines im Hintergrund.
  • Der neue Datenbestand wird in der neuen Software meistens schneller und leichter aufgebaut als erwartet (etwa per Chipkarten).
  • Als wir vor vielen Jahren bei mehreren Neukunden mit der damaligen BDT-Schnittstelle aufwendige Übernahmen bewältigt hatten, mußten wir im nachhinein feststellen, daß die Daten kaum benutzt oder überhaupt zur Kenntnis genommen wurden.
  • Die Angst, Daten zu verlieren, ähnelt ein bißchen der Angst, den eigenen Keller voll Gerümpel zu entsorgen — sie ist meistens eingebildet und gegenstandslos. Im Gegenteil: Mit weniger altem Ballast lebt (arbeitet) es sich meistens viel leichter.
  • Das Gesagte gilt umso mehr für Praxen, die nicht papierlos arbeiten. Die erfahrungsgemäß ca. 3% der papierlos arbeitenden Praxen sind durchaus mit ihrem System komplett "verheiratet"; dementsprechend schmerzlicher dann die "Scheidung". — Bei Praxen mit Papierunterlagen (Karteikarten) geht der Wechsel völlig problemlos.

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